Alterserscheinungen

- Mein Pferd wird alt, worauf muss ich achten? -

Lebensabend

Natürliche Alterszeichen

Ein Pferd wird nicht von heute auf morgen "alt". Der Alterungsprozess setzt langsam ein, von Tag zu Tag ein bisschen mehr. Was ja eigentlich natürlich ist. Am Besitzer liegt es, das zu erkennen und vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen.

Äußere Merkmale und Anzeichen eines alternden bzw. alten Pferdes:

Auch im Inneren des Pferdes kommt es zu Veränderungen:

Verschleißerkrankungen am Bewegungsapparat:

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Reiten

Reiten und Beschäftigen alter Pferde

In der Natur spielt das Altwerden eines Pferdes keine besondere Rolle. Solange das Pferd körperlich in der Lage ist, zusammen mit der Herde umherzuwandern, zu grasen und bei Gefahr zu fliehen, ist es voll in den Herdenverband integriert und wird von allen anderen Herdenmitgliedern akzeptiert.

Erst wenn es durch natürlich eintretende Alterserscheinungen, dazu gehören Abmagern, bedingt durch schlechte Zähne, Verringerung der Stoffwechselfunktion und Lahmheit, mit der Herde nicht mehr mithalten kann, bleibt es zurück, um eines Tages in Frieden sterben zu können.

In Menschenhand dagegen wird der Zeitpunkt festgesetzt, ab wann ein Pferd nicht mehr voll einsetzbar ist. Es werden dem Pferd all seine bisherigen Aufgaben entzogen, es wird zum Rentner erklärt. Von Menschenaugen betrachtet ein guter Gedanke. Aber ist es auch im Sinne des Pferdes?

Ein altes Pferd soll auf gar keinen Fall abgeschoben werden, es kann durchaus kleinere Arbeiten und Aufgaben verrichten. Es spürt sehr genau, ob es die ganze Aufmerksamkeit des Besitzers bekommt oder nicht. Besonders dann, wenn ein junges Pferd schon da ist. Es wird zwar gut versorgt und gefüttert, aber das ist nicht alles, was ein altes Pferd braucht. Die Liebe, Zuneigung und Beschäftigung durch den Pferdebesitzer darf im Alter nicht geringer werden.

Neben einer guten Fütterung und artgerechter Haltung spielt die seelische Zufriedenheit eine große Rolle für das Wohlbefinden des alten Pferdes.

Aber welche Aktivitäten kann man mit einem älteren, vielleicht nicht mehr ganz gesunden Pferd unternehmen? Bei genauerem Überlegen gibt es da verschiedene Möglichkeiten:

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Sattel

Die Reitausrüstung für alte Pferde

Zu den äußerlichen Alterserscheinungen gehört der zunehmende Senkrücken. Der Sattel, der früher einmal gekauft wurde, passt schon langsam nicht mehr.

Durch altersbedingten Muskelabbau und Bindegewebsschwäche kommt es zum Aufliegen der Sattelkammer auf den Widerrist. Schmerzhafter Druck bis hin zum Satteldruck mit offenen Wunden können die Folge sein.

Daher muss gerade beim älter werdenden Pferd die Sattelpassform immer wieder geprüft werden. Der Abstand zwischen Sattelkammer und Widerrist sollte mindestens zwei Finger breit sein. Gemessen wird immer mit dem Reitergewicht im Sattel. Dieses Überprüfen gilt für alle Sattelarten.

Auf jeden Fall ist es wichtig, gut gepolsterte Sattelpads zu verwenden. Es gibt verschiedene Arten davon. Latexpads sind sehr gut geeignet. Sie sind elastisch und passen sich genau der Rückenform an. Stöße werden optimal kompensiert, zudem hat das Material eine antiseptische Wirkung, so dass lästiger Pilz- und Bakterienbefall vermieden wird.

Für das Pferd eine sehr angenehme Variante zu den herkömmlichen Baumwolldecken sind Lammfelldecken. Bei allgemeiner Empfindlichkeit an der Wirbelsäule können zusätzlich Gelpads aufgelegt werden. Diese werden zwischen Sattel und Satteldecke gelegt. Sie nehmen den Druck des Reitergewichtes auf und verteilen ihn gleichmäßig auf dem Pferderücken.

Auch eine Lösung für ältere Pferde mit tiefem Senkrücken bieten Bar-Back-Pads, einfache Reitkissen im Stil einer Westernsatteldecke. Diese dick gepolsterten Westernpads haben aufgenähte Steigbügelriemen und Sattelgurthalterung in Nylonqualität. Für gemütliche Spazierritte oder leichte Bewegungsarbeit auf dem Reitplatz ist dies besonders für das alte Pferd eine sehr angenehme und sinnvolle Alternative zu einem herkömmlichen Sattel, da es das Gewicht des Sattels nicht tragen muss. Fürs Galoppieren und Springen (was für alte Pferde sowieso nicht gut ist) sind diese Pads nicht geeignet. Im Gelände dürfen nur ruhige und gehorsame Pferdeveteranen damit geritten werden (das Pad kann leicht ins Rutschen geraten).

Nicht nur die regelmäßige Kontrolle der Sattelpassform ist zu beachten, auch die Lage des Gebisses im Maul sollte öfters überprüft werden. Durch die enorme Veränderung der Zahnordnung im alternden Pferdemaul kann es bei ungünstig liegenden Gebissen zu Schäden und Verletzungen an Zähnen, Zunge und Zahnfleisch kommen.

Bei sehr ruhigen, gehorsamen Pferden kann man gebisslose Zäumungen verwenden.


An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei Frau Katharina Lorch bedanken, welche uns diesen tollen Beitrag zugesendet hat, zu welchem wir noch die Bilder hinzugefügt und einige Punkte ergänzt haben.

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