Opernprinz

19.4.1985 - 9.4.2004

von Elke N.


Opernprinz von edlem Blut
war ein Rennpferd, schnell und gut.
Ein wunderschöner Fuchs mit Stern
und wer ihn sah, hatte ihn gern.
 

Er achtete auf die Figur,
war gar nicht ( oder selten ) stur,
doch einmal machte er doch Faxen :
sein Problem – ein dicker Haxen !
 

Die Renngewinne wurden dann klein,
er durft’ nun für Jährlinge Führpferd sein.
Thalau bot ihn zum Kauf jetzt an,
niemand wollt’ ihn als „ganzen“ Mann .
 

Man rief den Tierarzt zur OP :
Hoden ab, autsch, das tat weh !
Er hatte dann ein seelisch Tief,
dachte, die „ewige Weide“ rief,
das ließ Pauline nicht gescheh’n :
Tierarzt – Spritzen – er kann wieder gehn !
 

Er trug viele Anfänger auf dem Rücken,
leichtrittig – zu der Reiter Entzücken !
Die Rennkarriere war jetzt aus,
er sollte aus dem Rennstall raus.
 

Elke’s Zauberpfeil war alt
schon ziemlich klapprig von Gestalt,
sie sucht `nen Nachfolger – Ersatz - ,
in Griesheim war ein schöner Platz
und Opernprinz fühlt sich dort frei.
 

Doch wenn ein Reiter kommt herbei,
hebt er den Fuß – und simuliert –
ist anschließend ganz gut marschiert.
Das geht so ca. 2 – 3 Wochen,
dann kommt er aus der Box gekrochen,
sein Bein tut ihm jetzt wirklich weh,
er geht so lahm, `s kann jeder seh’ !
 

Das Dumme nur an dieser Sache :
Elke’s Knochen das Gleiche mache.
Wenn sie braucht Reit – Therapie
geht ihr „Faszi“ lahm wie nie !

Nur einmal war er rasend schnell :
mit Zauberpfeil im Nacken, gell ?!
Er zwickt’ dem Schwarzen kurz ins Fell,
der hat sich revanchiert ganz schnell,
tickt völlig aus und sieht nur „rot“,
begehrt jetzt tobend Faszi’s Tod,
versucht zu brechen ihm die Beine,
völlig entsetzt flüchtet der Kleine,
das schwarze Untier hinterher,
- auf Faszi’s A.... ist kein Fell mehr !!!
 

Er leidet sehr, der Hintern brennt,
so daß Elke mit Salbe rennt.
Und für die nächste Zeit, wie gut,
ist er vor Pista auf der Hut.
 

Das Fell, es wächst, die Vorsicht auch,
dann grasen beide, Bauch an Bauch.
Der Schwarze frisst, wird immer dünner
und irgendwann, da lebt er nimmer.
 

Vier Wochen steht Faszi allein,
dann kommt ein neuer Kumpel `rein.
Der sieht aus wie Schwarzenegger,
findet jedes Futter lecker,
steigt und wirkt dann richtig groß,
geht nicht lahm, wie macht er’s bloß ?
 

Für Faszi, diesen lieben Schatz,
sucht Elke jetzt `nen schönen Platz,
wo er grasen kann für Stunden,
hat ihn schließlich auch gefunden,
im Vogelsberg, in guter Luft !
( Sie hat ein halbes Jahr gesucht ! )
 

Bei Astrid und Patrick hat er’s gut,
sie cremt ihm sogar ein die Schnut !
Er wird verwöhnt und auch verhätschelt,
( mehr noch als der Mann getätschelt ! )
eine Freundin find’t er auch,
nun `ne große Box er brauch,
damit gemeinsam sie drin ruh’n,
mit Reiten hat er nix mehr zu tun !
 

Faszi genießt die schöne Zeit,
sonnt sich und wenn’s im Winter schneit,
hat er `nen schönen, warmen Stall,
so wie’s ist, ist’s optimal !
 

Sein Trainer kommt ihn auch besuchen
und ißt bei Dahnk’s den guten Kuchen.
Doch dann, am Karfreitagmorgen,
macht er Astrid große Sorgen :
kann nicht aufstehn, kommt nicht hoch,
„Faszi komm, ich brauch dich doch !“
 

Es rufen jetzt die ewigen Weiden –
zu früh ! Und dennoch muß er scheiden.
 

Adieu, mein Prinzchen, die Zeit war schön,
doch irgendwann muß jeder geh’n !


An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei Elke bedanken, welche uns dieses wunderschöne Gedicht zugesendet hat.